Hitzige Bilddiskussionen - ja oder nein - Fotoclub Michelau

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Hitzige Bilddiskussionen - ja oder nein

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Wettbewerbe  um das bessere Bild führen zwischen Fotofreunden nicht selten zu  hitzigen Auseinandersetzungen. Anstatt sich dem gemeinsamen Ziel  „bessere Bilder zu machen“ zu nähern führen sie zur Ablehnung der  einzelnen Mitglieder untereinander bis hin zum persönlichen Rückzug („da  mach ich nicht mehr mit“, „ich sag jetzt gar nichts mehr“).
 

 
Das  liegt oft daran, dass nicht selten jeder Diskussionsteilnehmer davon  überzeugt ist, dass seine persönliche Meinung richtig ist. Doch jedes  Urteil ist mehr oder weniger subjektiv. D.h. die persönliche Meinung ist  richtig für diesen einen Menschen. Andere können sich diesem Urteil  anschließen oder es ablehnen.
 
Niemand  hat in Sachen Bildbewertung recht oder unrecht. Mit dem Bild  kommuniziert der Fotograf (Autor) als Sender mit dem Betrachter (Juror)  in einer bildlichen (nonverbalen) Sprache. Was den Inhalt des Bildes  (Botschaft) anbelangt hat jeder seine ganz persönliche Meinung  (Interpretation).
 
 
Für  den Fotografen steht dabei (subjektiv) mehr auf dem Spiel als für den  Juror. Oft gelingt es nur schwer die eigene Person unabhängig von der  Beurteilung des Bildes zu sehen. Wird die persönliche Leistung  kritisiert so wird dies leicht mit der Herabwürdigung der Person  gleichgesetzt. Sehr schnell flüchten sich Autoren in einen  Verteidigungsstrategie.
 
 
Die  geschilderte Problematik sollte nicht dazu führen, auf eine  Bilddiskussion und –bewertung zu verzichten. Es ist der einzige Weg sich  konstruktiv dem Ziel, bessere Fotos zu machen, zu nähern. So lange ein  Urteil fundiert begründet wird und unsachliche, allzu persönliche  Argumente vermieden werden, wirkt dieses Urteil konstruktiv. Aber stets  vertritt jeder nur seine ganz persönliche Meinung, so konträr diese auch  sein mag.
 
 
Deshalb sollten nach hier elementare Grundsätze beachtet werden:
 
  1. Fotograf und Juror sind gleichberechtigt. Sie begegnen sich auf Augenhöhe in gegenseitigem Respekt.
  2. Jeder Beurteilung sollte eine neutrale (nicht wertende) Beschreibung des Bildes (Bildinhalts) vorausgehen.
  3. Sobald  auf die Vorzüge als auch auf die „Mängel“ des Bildes eingegangen wird  sollte  stets in Form von „ich-Botschaften“ kommuniziert werden. Dies  macht deutlich dass hier eine eigene, persönliche Meinung vertreten  wird. „Du Botschaften“ haben leicht einen anklagenden Charakter (vgl.  Ehestreit).
  4. Es werden die Vorzüge des Bildes ebenso herausgestellt wie die Elemente die man (nach Meinung des Jurors) verbessern könnte.
  5. Es wird ausschließlich über das vorgelegte Bild diskutiert und nicht über den Fotografen.
 
Im  übrigen sollte sich jeder der ein Bild beurteilt im Klaren darüber  sein, dass er auch viel über sich selbst und seine Beziehung zu seinen  Fotofreunden verrät. Schon aus diesem Grund sollte mit Bedacht und  wohlwollend argumentiert werden.
 
 
Es  liegt letztlich am Fotografen wie weit er die Meinung anderer zu seiner  eigenen macht. Letztlich nur nach deren Geschmack zu fotografieren  würde heißen seine eigene Sicht auf die Dinge aufzugeben. Deshalb kann  durchaus der Satz gelten: Meine Bilder müssen in erster Linie mir selbst  gefallen.

 
Oder  um es anders zu formulieren: „Ich habe gehört was Du mir gesagt hast  aber ich bin nicht auf der Welt um so zu werden wie Du mich gerne haben  möchtest.“
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