Bildbewertung - Fotoclub Michelau

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Bildbewertung

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Hinweis: Zu diesen verkürzten Ausführungen exisitiert ein ausführlicher und bebilderter Vortrag, der auch auf die psychologischen Hintergründe einer Bildbewertung eingeht. Interessenten wenden sich bitte an klaus.gagel@t-online.de

Jede Bildbewertung durch einen Juroren ist naturgemäß ein subjektiver Vorgang. Der "Wert" eines Bildes ist nicht etwas, was tatsächlich existiert und somit exakt meßbar und bestimmbar wäre, sondern lediglich eine "gedankliche Hilfskonstruktion". Nach der gängigen Verfahrensweise vergleicht nämlich der Juror das vorliegende Bild bei der Bewertung mit seiner gedanklichen Vorstellung ("Modell"), wobei dieses Modell von vergleichbaren Bildern oder von einem fiktiven Idealbild geprägt sein kann. Jedes Urteil ist damit personen-, situations- und zeitabhängig. Nach dieser Sichtweise gibt es ebensowenig eine grundsätzlich "richtige" wie eine „falsche“ Bewertung.
Dies entlässt den Juror allerdings nicht aus seiner "Sorgfaltspflicht". Sie besteht darin, sachfremde Erwägungen auszuschließen und die Beurteilung nach möglichst objektiven Kriterien durchzuführen. Dies bedeutet insbesondere, dass der Juror sich selbst und anderen offenlegen (können) muß, warum, und wie er zu seinem Urteil kam. Aussagen wie „das gefällt mir halt nicht“ sind da wenig hilfreich.
Kritikfähigkeit am eigenen Urteil und eine eventuelle Revision sobald neue Erkenntnisse vorliegen (z.B. nach einer Bilddiskussion) sind unerläßlich.

Es bieten sich nun unterschiedliche Beurteilungsstrategien an:

1. Orientierung am Durchschnittswert:
Vereinfacht lässt sich auch folgende Beurteilungsstrategie anwenden:
Ein Bild das keine erkennbaren Mängel (hinsichtlich Technik) aufweist und in seiner Gestaltung (Bildaufbau, Farbgestaltung) ansprechend ist, inhaltlich ein klar erkennbares Motiv zeigt, entspricht einem durchschnittlichen Wettbewerbsbild = Note 5.
Erkennbare Mängel führen zum Punkteabzug. Je interessanter allerdings der Inhalt und je besser die Aufgabe fotografisch gelöst wurde umso höher kann der Juror diese Durchschnittsnote nach oben korrigieren.
Eine Korrektur nach oben ist immer dann angezeigt wenn Bilder besonders originell sind, den Betrachter emotional ansprechen, überraschende Effekte auftreten u.ä.
Dabei ist die vereinsinterne Regelung zu beachten, dass mindestens ein Bild des laufenden Wettbewerbs mit der Note 8 zu bewerten ist.

2. Ganzheitliche Vorgehensweise:
Nicht immer steht dem Juroren ausreichend Zeit für eine analytische Bildbeurteilung zur Verfügung. Dann empfiehlt es sich das Bild als Ganzes an folgenden Worturteilen und damit gekoppelten Bewertungsnoten zu messen:
1 = ungenügend
2 = mangelhaft
3 = ausreichend
4 = noch zufriedenstellend
5 = Durchschnitt
6 = guter Durchschnitt
7 = gut
8 = sehr gut
9 = ausgezeichnet
10 = internationales Spitzenbild
Bei dieser Vorgehensweise wird der Juror bei seiner Urteilsfindung und -begründung Positives und Negatives hinsichtlich Technik, Inhalt, Gestaltung berücksichtigen.

2. Analytische Vorgehensweise:
Um in schwierigen Fällen die Bewertung transparent zu machen, kann in einer Analyse das Bild in drei Teilbereichen hinsichtlich Technik, Inhalt und Gestaltung hinterfragt und bewertet werden. Diesen drei Bereichen lassen sich zur Verdeutlichung auch folgende Begriffe zuordnen:




Die Darstellung zeigt, dass alle drei Teilbereiche nicht immer klar voneinander zu trennen sind. Ein Vorschlag lautet nun, dass alle drei Teilbereiche gleich gewichtet werden und jeweils mit maximal drei Punkten gewertet werden.

Als Hilfe, wann welche Punktzahl angemessen ist, kann die folgende Übersicht verwendet werden:
Punkte:TechnikGestaltungInhalt
3"Perfekt", Aufnahme mit hohem Schwierigkeitsgrad, optimal gelöst"perfekt", bringt die Bildaussage optimal zur Geltung, steht in völligem Einklang mit dem Bildinhalt"Packend", zieht den Juroren in seinen Bann, Begeisterung, Szenenapplaus
2keine Mängelentspricht in hohem Maß dem Inhalt; Bildaufbau und Farbgestaltung wurden aussagesteigernd eingesetzt"interessant", eine neue Sehweise; "Aha-" oder "Nanu-Erlebnis"
1geringe Mängelinsgesamt eine angemessene Darstellung, die wesentlichen Grundsätze der Bildgestaltung wurden beachtet"ansprechend", ein Motiv das der Juror als wettbewerbsgemäß akzeptiert
0grobe Mängel, z.B. eine deutliche Fehlbelichtung"verfehlt", z.B. eine oberflächliche Effekthascherei, sinnlose Gags"nichtssagend, banal"; Plagiate und "Quasi-Duplikate"
Verwendet man das übliche Bewertungssystem von 1 bis 10, so addiert man zur Zahl 1 die Punkte für die drei Teilbereiche und erhält dadurch die Bewertungsnote im Gütemaßstab von 1 bis 10.

 
 
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