Herbstlaub - Fotoclub Michelau

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Herbstlaub

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Autor: Klaus Gagel

„Es sind doch nur Blätter“ mag mancher denken und vielleicht ärgert er sich sogar über 
das Laub im Vorgarten. Wohin damit, wenn kein Komposthaufen vorhanden ist? Und dennoch 
erschließt sich bei näherer Betrachtung eines der vielen Wunder der Natur. Es lohnt sich 
diese Schönheit im Bild einzufangen.

Faszinierend wirken Herbstblätter schon wenn wir sie sammeln. Obwohl es unzählige Blätter 
gibt gleicht kein Blatt völlig dem anderen. Dies tritt im Herbst noch deutlicher hervor. Die
Abbauprozesse im Blatt lassen die unterschiedlichsten Blattpigmente hervortreten. Während
das Grün des Chlorophylls immer mehr verschwindet leuchtet das Gelb der Xanthophylle oder
das Rot der Carotinoide welches sich bis zum farbenprächtigen Rot steigern kann. 
Der Indian Summer ist ein lebhaftes Beispiel dafür.

Hinzu kommen faszinierende grafische Effekte, hervorgerufen durch die großen und kleinen 
Blattadern in ihrer filigranen Schönheit. Wie ein fein gesponnenes Netzwerk durchziehen sie das
Blatt. Dort wo der Abbauprozess schon weiter fortgeschritten ist treten sie noch deutlicher hervor.
Mit etwas Glück findet man vielleicht ein Blatt in dem eine der winzigen Minierraupen ihr
Unwesen getrieben hat. Diese Raupen aus einer der vielen Familien der Kleinschmetterlinge fressen 
ihre Gänge zwischen Ober- und Unterhaut eines Blattes.

Für den Fotofreund ergeben sich daraus ungewöhnlich reizvolle Bilder. Durch eine besondere 
Beleuchtung in einem improvisierten Studio können die ersten Eindrücke wirkungsvoll verstärkt werden.
So entstehen überraschend neue Bildwelten, die bis dahin nicht wahrgenommen wurden.
Voraussetzung ist eine Kamera, die auch im Nahbereich eingesetzt werden kann. Optimal ist natürlich 
ein Makroobjektiv, das Vergrößerungen bis 1:1 oder sogar darüber hinaus ermöglicht.
Ersatzweise können Zwischenringe oder Nahlinsen zu Einsatz kommen.

Viele Objektive verfügen aber auch über eine eingebaute Naheinstellung und die meisten Blätter 
sind groß genug, so dass man auch ohne eine spezielle Ausrüstung zu guten Ergebnissen kommt.

Unverzichtbar ist jedoch ein Stativ, ein schwarzer Hintergrund und eine LED-Taschenlampe. 
Als Hintergrund eignet sich entweder schwarzer Stoff oder ein schwarzer Plakatkarton (50x70 cm,
Schreibwarenhandel). Es genügt eine LED-Taschenlampe mittlerer Stärke. Normale Taschenlampen mit 
Glühbirne lassen sich ersatzweise auch verwenden. Doch sie ergeben ein recht warmes Licht und lassen
die Farben weniger gut hervortreten als die hellen LEDs.

Die Blätter sollten möglichst frisch gesammelt werden. Es ist sinnvoll sich dabei auf einige wenige 
besonders schöne Blattexemplare zu konzentrieren.

Der Setaufbau besteht aus dem dunklen Hintergrund. In einem genügend großen Abstand davor wird 
das einzelne Blatt aufgehängt. Man befestigt dazu den Blattstiel an einem Stück Tesafilm und hängt 
das Blatt an einem kleinen Tischstativ auf. Wichtig ist eine parallele Ausrichtung zum Hintergrund und zur
Kamerafrontlinse.

Die Kamera befindet sich auf einem Stativ. Sie wird über Vorlauf (10 sec.) oder Fernauslöser ausgelöst. 
Wir stellen manuell scharf. Der Bildstabilisator ist ausgeschaltet. Einstellungen: 100 ISO, Blende16, 
Av = Zeitautomatik. Wir fotografieren möglichst in RAW und/oder JEPG. Automatischer Weißabgleich. 
Kleine Belichtungsreihe 0, -1, -2 Blenden).

Während der Aufnahme wird das Blatt von hinten mit der LED - Taschenlampe durchleuchtet. Dabei darf 
kein direktes Licht ins Objektiv fallen.

Das Bildmaterial wird anschließend mit einem Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeitet.



 
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